Studentenwerk Berlin
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Unterhalt der Eltern



Grundsätzlich

Für die erste berufsqualifizierende Ausbildung sind die Eltern gegenüber ihren Kindern zur Zahlung von Unterhalt - auch über die Volljährigkeit hinaus - gesetzlich verpflichtet. Der Unterhalt umfasst den gesamten Lebensbedarf. Können die Eltern das Studium nicht finanzieren, kann unter bestimmten Voraussetzungen die staatliche Studienförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in Anspruch genommen werden.

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Höhe des Unterhalts

Die Unterhaltsbeträge richten sich nach dem Einkommen der Eltern und dem Alter des Studierenden. Für die Einigung auf einen monatlichen Betrag haben die Oberlandesgerichte Richtlinien zur Orientierung entwickelt. Zu den bekanntesten Richtlinien zählt die Düsseldorfer Tabelle.

Allerdings können die Eltern entscheiden, ob Unterhalt in Form von Geld oder Naturalien erbracht wird. Beispielsweise kann das Mitwohnen im Hause der Eltern vom Kind erwartet werden.

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Kindergeld

Zur Deckung der Unterhaltsverpflichtung besitzen die Eltern von Studierenden einen Anspruch auf Kindergeld. Gezahlt wird Kindergeld bis zum 25. Geburtstag. Die Dauer des Anspruchs verlängert sich um Zeiten von Zivildienst und Bundeswehr.

Die Höhe des Kindergeldes beträgt monatlich 184 Euro für die ersten beiden Kinder, 190 Euro für das dritte und 215 Euro ab dem vierten Kind.

Der Antrag auf Kindergeld wird bei der zuständigen Familienkasse in den Arbeitsagenturen gestellt. Das Kindergeld wird gewöhnlich an die Eltern überwiesen. Wenn die Eltern allerdings eine Unterhaltszahlung verweigern, kann jeder Studierende bei der Familienkasse eine direkte Überweisung des Kindergeldes auf sein Konto beantragen.

Die Dauer des Studiums muss jedes Jahr mit der Semesterbescheinigung nachgewiesen werden. Während einer Beurlaubung erfolgt keine Zahlung. Seit 2012 gibt es für den Kindergeldbezug keine Einkommensgrenzen mehr.

Ausführliche Informationen zum Kindergeld können Sie auf den Seiten der Arbeitsagentur nachlesen.

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Dauer der Unterhaltszahlungen

Es gibt keine Altersgrenze für die Dauer der Zahlungspflicht. Gewöhnlich muss Unterhalt bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss geleistet werden. Ein Maßstab für die Dauer der Zahlungspflicht kann in der festgelegten Regelstudienzeit gesehen werden. Für diejenigen, die nach dem Abitur zunächst eine Berufsausbildung absolvieren und sich dann für ein Studium entscheiden, sind die Eltern in der Regel ebenfalls unterhaltspflichtig. Wichtig bei der Entscheidung über Unterhaltspflicht "ja" oder "nein" ist, ob die Ausbildung "den Neigungen und der Eignung" des Studierenden entspricht. Das kann z.B. durch ein inhaltlich auf die Berufsausbildung aufbauendes Studium nachgewiesen werden.

Gibt es Streit mit den Eltern wegen des Unterhalts? Es kommt vor, dass Studierende mit den Eltern zerstritten sind und eine Einigung über den Unterhalt nur schwer oder gar nicht erzielt werden kann. Bevor Sie sich für den Rechtsweg entscheiden, empfehlen wir Ihnen, unsere Sozialberatungsstellen oder psychologischen Beratungsstellen aufzusuchen, um Rat zu erhalten.

Ist unklar, ob Unterhalt oder BAföG-Leistungen in Frage kommen und weigern sich die Eltern beim BAföG-Antrag mitzuwirken, kann man sich beim BAföG-Amt beraten lassen. Eventuell kann eine Vorleistung beantragt werden. Im Falle einer Unterhaltspflicht der Eltern würde sich das BAföG-Amt mit der Rückforderung der Vorleistung und eventueller Prozesskosten direkt an die Eltern wenden.

Weiterführende Informationen zum Unterhalt können Sie auf den Internetseiten des Deutschen Studentenwerks nachlesen.

Zu den Themen: BAföG, Jobben, Stipendien, Kredite.

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