Studentenwerk Berlin
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Schwangerschaftskonfliktberatung

Eine Schwangerschaft bedeutet immer einen bedeutsamen Einschnitt - im Leben jeder Frau. Um so schwerwiegender ist dieser Einschnitt bei einer ungeplanten Schwangerschaft.

Plötzlich ist man auf sich selbst geworfen, muss selbst entscheiden, wie man mit der neuen Situation umgehen soll. Und diese Frage bezieht ja nicht nur das werdende Leben mit ein, sondern auch die Beziehung zum Partner, den Eltern, die beruflichen Aspekte, die finanzielle Absicherung. Hat man sich nach reiflicher Überlegung entschieden, die Schwangerschaft nicht fortsetzen zu wollen, sieht man sich mit einer gesetzlichen Hürde konfrontiert: dem § 219 und der Schwangerschaftskonfliktberatung.

Seit vielen Jahren bietet das Studentenwerk Berlin eine nach § 219 anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatung an, die von zwei Diplompsychologinnen wahrgenommen wird, die gelernt haben, sich sehr vorsichtig und einfühlsam in einem sehr emotionalen und problematischen Feld zu bewegen. Denn einerseits ist die Beratung ein gesetzlich vorgeschriebener Vorgang, bei dem das Bundesverfassungsgericht davon ausgeht, dass die Beraterin "die Frau zum Kind ermuntert". Andererseits fordert dasselbe Gericht bei der Lösung von schwerwiegenden Konflikten die volle innere Entscheidungsfreiheit der Frau.

Die Beratende wird damit widersprüchlich festgelegt. Eine möglichst offene und transparente Beratungssituation kann so nur schwer entstehen. Dennoch ist augenfällig, dass in den letzten Jahren von den schwangeren Studentinnen, die zu unserer Beratung kamen, sich nur etwa die Hälfte zur Abtreibung entschlossen haben. Die Möglichkeit, an der Beratungsstelle auch mehrere fortlaufende Gespräche zu diesem Thema zu führen, wurde von den Frauen häufig genutzt. Immer mehr schwangere Frauen kommen zu uns, deren Entscheidung noch offen ist und die unsicher sind, wie sie - häufig als alleinstehende Mütter und noch in der Ausbildung - ihr Leben mit einem Kind gestalten können. Damit die Entscheidung reifen kann, ist ein Freiraum nötig - gerade unter der Spannung und dem Entscheidungsdruck. Diesen Freiraum wollen wir Ihnen bieten. Nur so kann die die Sicherheit entstehen, dass die Gespräche den Bedürfnissen und der Konfliktlage der ratsuchenden Frau entsprechend häufig und intensiv geführt werden.

Im Falle einer Entscheidung für die Schwangerschaftsunterbrechung führen die zuständigen Mitarbeiterinnen die gesetzlich geforderten Maßnahmen der Beratung durch. Die Schwangere braucht keine weitere Stelle mehr aufzusuchen. Damit keine längeren Wartezeiten für Sie entstehen, bieten wir eine flexible Regelung an, so dass zwischen telefonischer Anmeldung und Beratungstermin nur wenige Tage vergehen.

Die enge Zusammenarbeit mit der Sozialen Beratung unserer Abteilung, wie auch den anderen relevanten Einrichtungen des Studentenwerks ermöglicht über eine erfolgreiche Beratung hinaus die konkrete Unterstützung der Studentinnen in dieser konfliktreichen Lage.


Speziell ausgebildete Kolleginnen führen die Schwangerschaftskonfliktberatung durch. Bitte weisen Sie bei der Terminvereinbarung darauf hin, dass Sie eine Schwangerschaftskonfliktberatung wünschen.

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