Studentenwerk Berlin
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Beispiele

Philipp

Philipp hat gerade ein zweites Studium begonnen, nachdem er seinen Bachelor abgebrochen hat. Dabei hatte er die Vorstellung, dass "alles ganz anders" werden würde. Aber bereits nach kurzer Zeit erlebt er sich in der neuen Situation wieder wie zuvor. Seine Motivation geht verloren, nichts macht ihm mehr Spaß. Eigentlich müsste er Hausarbeiten schreiben und sich auf die ersten Prüfungen vorbereiten. Aber zuhause, mit Freunden und seiner Freundin - überall ergreift ihn lähmende "Faulheit". Von Tag zu Tag verschiebt er, bis sich ein Riesenberg aufgetürmt hat, der unüberwindlich scheint. Der Druck, dass dieses Studium das "richtige" sein müsse, macht den Berg noch höher. Philipp wird von der Allgemeinen Studienberatung an uns vermittelt. Nachdem durch sein Warten Tür für Tür zugefallen ist, wird ihm deutlich, dass die aktuelle Situation "irgendwie" mit seiner Lebensgeschichte zu tun hat. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen braucht Zeit. Umso wichtiger sind ihm kurze, erreichbare Ziele: wie schaffe ich es den ersten Schritt zu machen, wo liegen meine Fähigkeiten, was fällt mir schwer. Als die erste Klausur geschafft ist, ist der Berg bereits kleiner.

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Nadine

Nadine hat ihr Bachelor-Studium bisher zügig durchlaufen, ihre Ergebnisse sind sehr gut. Nun aber sitzt sie schon lange an ihrer Abschlussarbeit, liest ständig neue Literatur und kann sich nicht zum Schreiben aufraffen. Ihre hohen Ansprüche verführen sie, immer tiefer in die Thematik einzutauchen, sie kann sich nicht begrenzen. Inzwischen fühlt sie sich unfähig, zu einem Abschluss zu gelangen. Mit ihrer Angst, dem angestrebten Masterstudiengang nicht gewachsen zu sein, fühlt sie sich ganz allein. Den Eltern kann sie sich nicht anvertrauen, denn sie standen einem Studium von Anfang an skeptisch gegenüber. Sie empfinden es als unnötige finanzielle Belastung, da sie selber einen Ausbildungsberuf erlernt hatten. In den ersten Gesprächen bei uns berichtete Nadine, dass im Laufe des Studiums noch mehr "auf der Strecke" geblieben sei. Sie habe wenig soziale Beziehungen zu anderen Menschen und seit einigen Jahren keine Partnerschaft. Ihr wurde deutlich, dass ihr Selbstwertgefühl schnell schwindet und sie an ihren Fähigkeiten zweifelt, wenn etwas nicht gleich gelingt. Ihre Blockade hatte also nicht nur mit fehlenden Arbeitstechniken, Schreibstörungen oder Konzentrationsproblemen zu tun. Daher versprach sie sich viel davon, bei uns an einer psychotherapeutischen Gruppe von Studierenden teilzunehmen. Der Kontakt mit anderen machte ihr Mut und unterstützte sie, sich ihren Problemen zu stellen. Inzwischen hat sie die ersten Kapitel ihrer Arbeit geschrieben und seither ist wieder Land in Sicht.

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Annika

Über den Studienplatz in Berlin hatte Annika sich zunächst sehr gefreut, ebenso über das Zimmer im Studentenwohnheim, doch mittlerweile ist Ernüchterung eingetreten. Die Mitbewohner gehen ihrer Wege und an der Universität fühlt sie sich fremd und alleingelassen. Voller Traurigkeit und Neid betrachtet sie die Kommilitonen, die in Gruppen zusammenstehen, scheinbar Kontakte gefunden und Freundschaften geschlossen haben. In den Seminaren fällt es ihr zunehmend schwer, sich zu beteiligen, Fragen zu stellen und ihre eigene Meinung auszudrücken. Ihre Gedanken kreisen ständig um die Angst etwas Falsches zu sagen und sich zu blamieren. Sie fürchtet die Ablehnung der Anderen, kann keine Gespräche initiieren und fühlt sich oft "wie gelähmt". Von Tag zu Tag schläft sie schlechter, denkt vor dem Einschlafen mit Sorge an den nächsten Tag und wacht bereits mit Angstgefühlen auf. Als sie anfängt die Hochschule zu meiden und nicht mehr an den Veranstaltungen teilzunehmen, entscheidet Annika sich die Psychologisch-Psychotherapeutische Beratungsstelle zu kontaktieren. Die Gespräche dort erlebt sie als sehr entlastend. Mit Hilfe der Therapeutin beginnt Sie ihre Gedanken und Verhaltensweisen zu analysieren, neue Handlungsspielräume zu erproben und zu reflektieren.

Haben Sie weitergehende Fragen oder Interesse an unserem Angebot? Sie können uns schnell und einfach erreichen.

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